Aus unserer Geschichte - Liedertafel 2024 NEU

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Aus unserer Geschichte

Chronik der Liedertafel


Einführung
Die Welt in der Mitte des vorigen Jahrhunderts
Gründung des Liederkranzes Pfaffenhofen
Aktivitäten der ersten Jahrzehnte
Vereinsspaltung in Liederkranz und Liederhort
Vereinigung von Liederhort und Liederkranz - Gründung der Liedertafel
Die Liedertafel in schweren Zeiten - Ende im III. Reich
Ende des II. Weltkrieges -Wiederbegründung der Liedertafel
Die großen Konzerte
110jähriges Vereinsjubiläum - Verleihung der Zelter-Plakette
Max Weinberger tritt als Chorleiter zurück - Alois Steiner wird sein Nachfolger
1. Vorsitzender Joseph Brückl tot - Karl Welter übernimmt sein Amt
Rege Vereins- und Konzerttätigkeit
125-Jahr- und 130-Jahr-Feiern
Chorleiterwechsel - Alois Steiner übergibt Taktstock an Max Penger
Vorstandswechsel - Karl Welter nimmt Abschied als 1. Vorsitzender
Konzerte mit Max Penger
Chorleiterwechsel Max Penger - Albin Scherer
150-Jahr-Feier 1997
Der Verein von 1997 - 2010


Einführung

Am 11. Juni 1847 wurde durch den Magistrat der Stadt Pfaffenhofen der "Gesellschaft des Liederkranzes" die offizielle Bestätigung erteilt. Dieses Datum gilt als Gründungsdatum der Liedertafel Pfaffenhofen.
Wir blicken auf 154 Jahre Bestehen zurück. Unsere Geschichte ist in vielen dicken Chronikbüchern festgehalten. Zu unserem Jubiläumsjahr 1997 haben wir eine Festschrift herausgegeben, in der wir alle Stationen unserer Vereinsgeschichte mit vielen Dokumenten festgehalten haben. Wenn Sie an einem Stück Pfaffenhofener Kulturgeschichte interessiert sind, senden wir Ihnen die Festschriftgerne auf Anforderung zu. In den folgenden Kapiteln sind die Stationen unserer Vereinsgeschichte nachgezeichnet

Die Welt in der Mitte des vorigen Jahrhunderts

Die Welt um die Mitte des 19. Jahrhunderts war geprägt von weitreichenden Veränderungen für die Zukunft der Völker. Fast ein dreiviertel Jahrhundert nach den großen Revolutionen in Frankreich und Amerika, die das Denken der Menschen beeinflussten, zu einer Zeit, in der die Besiedelung des amerikanischen Westens ihrem Höhepunkt zustrebte, in der Großbritanniens Einfluss auf dem indischen Subkontinent zunahm, während die Buren Südafrika besiedelten und Australien von britischen Strafgefangenen „europäisiert“ wurde, als König Ludwig I. mit seinem Verhältnis zu Lola Montez die Menschen in Bayern verstimmte, veränderte in Westeuropa die industrielle Revolution die Gesellschaft von Grund auf.

Das Bewusstsein des Einzelnen erwachte, man war nicht länger gewillt, Einschränkungen hinzunehmen, das Volk verlangte nach Selbstbestimmung, Pressefreiheit, Versammlungsfreiheit, Mitbestimmung bei den Regierungen.
1845 gab es in Deutschland dreizehn Streiks, Massendemonstrationen beunruhigten die Obrigkeit, 1847 wurde die erste internationale Arbeiterorganisation gegründet, Unruhen und Aufstände von Arbeitern und Bauern in allen Teilen Deutschlands, die anfangs regelmäßig durch Militär unterdrückt und niedergeschlagen wurden, führten schließlich zu dem Versuch, das Reich durch die Frankfurter Nationalversammlung in der Paulskirche in einer bürgerlich-liberalen, bundesstaatlichen Verfassung zu erneuern .Zwar scheiterte der Versuch und Deutschland kehrte für zwei Jahrzehnte zur alten Ordnung zurück, bis im Jahre 1871 der Traum vom vereinten Deutschen Reich Wirklichkeit wurde. Doch wenn auch die Forderung der sozialdemokratischen und liberalistischen Parteien und der katholischen Kirche nach Selbstbestimmung, sozialer Gerechtigkeit und freien Wahlen erst nach dem ersten Weltkrieg in einer Republik verwirklicht wurden, so konnten die Herrschenden in Deutschland die liberalen Strömungen doch nicht unterdrücken. Das Selbstbewusstsein des Volkes sowie des einzelnen Bürgers war erstarkt. Ein Bürgertum, ein Mittelstand etablierte sich und begann, neben seinen Arbeitsbedingungen auch seine Freizeit zu gestalten.

Schon ab 1811 hatte „Turnvater“ Jahn seine Turn- und Sportstätten initiiert, zuerst noch in der Absicht, die jungen Männer für den Kampf gegen den verhassten Feind Napoleon zu stärken. Studenten und Turner - oftmals in einer Person - waren die Träger der nationalen und liberalen Ideen, auch in der Zeit der metternichschen Reaktion, und standen deshalb bei allen Verfolgungen ganz oben. Trotz aller Verfolgungen konnte das Turnen jedoch nicht unterdrückt werden, 1848 schossen die Vereine wie Pilze aus dem Boden, und 1860 feierten die Turner in Coburg das erste deutsche Turnfest, ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur Gründung des Deutschen Turnerbundes in Weimar 1868..

Neben den großen Vereinigungen der Turner und der Schützen (diese gründeten 1861 in Gotha den Deutschen Schützenbund) waren es die Sänger, die seit 1815 die Idee der deutschen Einigung und die Forderung nach bürgerlichen Freiheiten wach hielten.

Schon im Jahre 1809 gründete der Komponist Carl Friedrich Zelter in Berlin die erste Liedertafel, und seitdem wurden in unzähligen Gesangsvereinen mit wahrer Inbrunst Lieder aus den Freiheitskriegen gesungen. Auch im Bereich der Gesangsvereine übernahm Coburg eine Vorreiterrolle: im Juli 1851 trafen sich rund 1000 Gäste zum 1. Coburger Sängertag, 2000 Sänger trugen Chöre, Opernarien und Kirchenlieder vor. Ein zweiter Sängertag folgte 1856, und am 21. September 1862 wurde, wiederum in Coburg, der Deutsche Sängerbund gegründet, dessen erster Satzungsparagraph lautete:

„Sein Streben geht auf die Ausbildung und Veredelung des deutschen Männergesangs. Durch die dem deutschen Lied innewohnende Kraft will auch der Deutsche Sängerbund in seinem Teile die nationale Zusammengehörigkeit der deutschen Stämme stärken und für die Einheit und Macht des Vaterlandes arbeiten.“




Gründung des Liederkranzes Pfaffenhofen

Einer der „unzähligen“ Gesangsvereine, die zu jener Zeit gegründet worden waren, war der Liederkranz Pfaffenhofen.

Am 11. Juni 1847 wurde durch das Magistrat der Stadt Pfaffenhofen der...“nun bestehenden Gesellschaft des Liederkranzes dahier...“ die offizielle Bestätigung erteilt, woraufhin dieses Datum von da an als eigentliches Gründungsdatum gilt.
Somit dürfte die Liedertafel wohl einer der ältesten Vereine der Stadt Pfaffenhofen sein.

Die allerersten Aufzeichnungen bzw. Protokolle aus der Gründungszeit sind
nicht mehr erhalten. Im Jahre 1878 jedoch wurde aus den bis dahin verbliebenen Unterlagen eine Zusammenfassung , besser gesagt ein Rückblick auf die Geschichte des damals „Liederkranz“ genannten Vereins erstellt. Der Auszug aus dem Protokollbuch von 1878 schildert, wie es zur Vereinsgründung kam


Aktivitäten der ersten Jahrzehnte

Weiter heißt es: ...“gleich am nächsten Tag beging der Liederkranz, der in der Zwischenzeit auf 33 Mitglieder angewachsen war, im damaligen Heimerbräukeller (heute Müllerbräukeller) mit Blechmusik, Chorgesang und Illumination feierlich sein Stiftungsfest. Anton Thoma wurde dabei zum Vorsitzenden und Chorregent Franz Xaver Altegger zum Dirigenten erkoren. Letzterer erstellte auch damals den bis heute geltenden Wahlspruch der Sängerschaft, welcher lautet: Immer erschalle froher Gesang, nimmer verhalle harmonischer Klang!“

Diese beiden Persönlichkeiten waren in den nächsten Jahrzehnten auch die tragenden Säulen des Vereins. Unter der qualifizierten musikalischen Leitung Alteggers blühte der Liederkranz auf und wurde bald in weitem Umkreis ob seiner guten gesanglichen Leistung bekannt, von überall her kamen Einladungen zur Teilnahme an Festen, viele Freundesbande wurden geknüpft und schon bald nahm man einen wichtigen Platz im kulturellen Leben der Stadt ein Im Laufe der Zeit wurden feste Sängertage eingeführt, wie etwa der alljährliche Gründungsjahrtag; der Liederkranz veranstaltete Bälle, man legte bestimmte Gesellschaftstage für die Liederkranzgesellschaft fest, an welchen man sich mindestens zweimal wöchentlich im Vereinslokal Tritscheller traf, und es entwickelte sich ein reges Vereinsleben.

Dieses rege Vereinsleben umfasst von jeher alle Altersgruppen. Um die Harmonie und den freundschaftliche Kontakt zwischen den verschiedenen Altersgruppen, das problemlose Miteinander von Alt und Jung sowie die reibungslosen Übergänge von einer Vorstandsgeneration zur nächsten wurde die Liedertafel oft von anderen Vereinen beneidet.


Vereinsspaltung in Liederkranz und Liederhort

Das Jahr 1896 jedoch durchbrach diese „Tradition der Harmonie“: War es bis dahin verhältnismäßig friedlich beim Liederkranz zugegangen, so kam es 1896 zum sogenannten Generationenstreit. Alte und Junge glaubten sich nicht mehr verstehen zu können. Es kam zur Spaltung in Liederkranz und Liederhort.

Chorregent Schöttl, der 1905 Dirigent des Liederkranzes wurde, regte nach dem Kriege 1919 die Verschmelzung beider Vereine an, hatte er doch auch die Chorleitung beim Liederhort übernommen, dessen Dirigent im Krieg gefallen war Seine Anregung, die Vereine zu verschmelzen, blieb bei der Generalversammlung am 14.1.1919 aber noch ohne definitives Ergebnis.

Das Vereinsleben des Liederhortes war sehr rege, was die Veranstaltungsfülle beweist. Vom Oktober 1919 bis Ende 1920 trat man mit sieben Theaterstücken, vier Vokal- und Instrumentalkonzerten und zwei Veranstaltungen mit Gesang und Theater an die Öffentlichkeit, so zum Beispiel mit einer Begrüßungsfeier für die Heimkehrer aus dem Weltkrieg, mit Sonnwendfeiern, mit den Einaktern „die Medaille“ und „Erster Klasse“ von Ludwig Thoma, mit dem Theaterstück „Das Schloss am Meer“ zu Gunsten des städtischen Waisenhauses sowie Weihnachtskonzerten und dergleichen mehr.

Weiterhin lud man auch einmal das „Oberbayrische Bauerntheater“ nach Pfaffenhofen ein und veranstaltete für die Mitglieder des Liederhorts einen Tanzkurs, woraus ersichtlich wird, dass man sich nicht allein aufs Singen beschränkte, sondern viele kulturelle Aspekte in sich vereinte und damals wie heute viel Wert auf Geselligkeit legte.

Die wechselhafte Geschichte Deutschlands spiegelt sich in den Protokollbüchern des Vereins wider, sowohl in der Berichterstattung selbst, wie auch in der Sprache.
Während der Kriege 1870/71, 1914/18 und besonders während der Zeit des Nationalsozialismus ruhte das Vereinsleben zum Teil vollständig. Resignation, Schmerz und Trauer, aber auch der Wille zu neuem Anfang kommen in der Protokollführung zum Ausdruck, so zum Beispiel in dem Auszug aus dem Protokollbuch von 1918:

Wie die meisten Gesangsvereine war auch der Liederkranz Pfaffenhofen ein Männergesangsverein. Nach dem Ende des ersten Weltkriegs konnte dies nicht mehr aufrecht erhalten werden. Die Emanzipationsbewegung eroberte den Frauen zunehmend einen Platz in allen Bereichen der Gesellschaft, und natürlich machte diese Tatsache vor Vereinen nicht Halt. Im Jahre 1920 wurde dem Männergesangsverein ein Damenchor angegliedert und der Weg zu einem gemischten Chor war geebnet. Ein Auszug aus dem Protokoll vom 26.1.1920 und Zeitungsausschnitte dokumentieren dies:

Verantwortlich für diese dynamische Entwicklung war Chorleiter Schöttl.



Vereinigung von Liederhort und Liederkranz - Gründung der Liedertafel

Sein Bestreben, die Vereine Liederhort und Liederkranz zu vereinen, nahm Ende 1920 konkrete Gestalt an. Angeregt vom Vorsitzenden des Liederhortes, Waldhauser, wurde die Idee auch vom Vorsitzenden des Liederkranzes, Kolland, positiv aufgenommen. Am 7. Januar 1921 dann berief Waldhauser eine außerordentliche Generalversammlung des Liederhorts ein, welche die Statuten für den aus Liederkranz und Liederhort entstehenden Verein, der den Namen „M.G.V. Liedertafel Pfaffenhofen“ tragen soll, erstellte. Die konstituierende 1. Hauptversammlung der neugegründeten Liedertafel trat dann schließlich am 12.1.1921 im Kramerbräusaal zusammen unter Anwesenheit von 85 Mitgliedern. Am Tage dieser Hauptversammlung trat auch erstmals die neue Satzung in Kraft. Dieser 12.1.1921 gilt auch seither als Gründungsdatum der Liedertafel.



Die Liedertafel in schweren Zeiten - Ende im III. Reich

Trotz schwerer Zeiten ging es im Verein weiter aufwärts. Am 22.3.1924 wurde von der Liedertafel erstmals eine Operette mit eigenen Kräften aufgeführt, der noch mehrere Operetten folgten, die alle wegen des Zuspruchs etliche Wiederholungen nötig machten.

Am 28.10.1927 trat Schöttl als Chorleiter aus gesundheitlichen Gründen zurück. Das war für die Liedertafel ein schwerer Schlag. Es ging trotzdem weiter mit Konzerten, Bällen, Singspielen, Operetten, kleinen und großen Feiern in Pfaffenhofen und auch außerhalb der Stadt, wohin der Chor immer wieder eingeladen wurde.

Nach der Operettenaufführung 1930 ein Kommentar der Zeitung zur Kennzeichnung der damaligen Situation: “Wo’s d’hinschaust, da jammern’ auf der Welt! Und da ist es gut, wenn man dieses Jammern einmal vergessen kann. Diese Gelegenheit bot die Liedertafel mit ihrer Operette ‘Frühling der Liebe’.“ Es sollte aber die letzte sein. Die wirtschaftliche und später die politische Situation ließen dies nicht mehr zu.

Am 10.9.1931 wurde Max Weinberger zum Chormeister der Liedertafel gewählt.

Am 9. Oktober 1932 fand in Pfaffenhofen anlässlich der 85-Jahrfeier der Liedertafel ein Sängerfest des Isar-Ilm-Gaues statt. 500 Sänger fanden sich dazu ein. Ein Kirchenkonzert am 4. Dezember 1932 beendete die Aufführungen des Jahres vor der ‘Machtergreifung’.

In der Folgezeit sind außer eher internen Veranstaltungen und einigen Treffen bei überörtlichen Feiern nur die Teilnahme aus „patriotischen Anlässen im neuen Zeitgeist“ zu verzeichnen. Die letzte dieser Art war ein Chorvortrag am 15.1.1935 bei der Kundgebung anlässlich der Saarabstimmung. Danach erlosch, verursacht durch die nationalsozialistische Gleichschaltung, allmählich jedes Vereinsleben. Ein Großteil der Mitglieder war durch die NSDAP anderweitig fest in Anspruch genommen. Auch die Liedertafel war davon betroffen. Wenn sich auch Mitglieder hin und wieder in Parteiorganisationen musikalisch betätigten, das gesangliche Leben in Pfaffenhofen war verschwunden. Auch die Bemühungen der örtlichen Parteileitung, in anderer Form einen Gesangsverein auf die Beine zu stellen, scheiterte. Mit dem Beginn des 2. Weltkrieges wurden viele ehemalige Mitglieder zur Wehrmacht einberufen, so dass auch aus diesem Grund keine Vereinstätigkeit mehr möglich war.



Ende des II.Weltkrieges - Wiederbegründung der Liedertafel


Nach dem Ende des Weltkrieges war Deutschland Besatzungsmacht. Eine Vereinstätigkeit war zunächst nicht erlaubt. Erst im Lauf der Zeit wurden die Bestimmungen gelockert, so dass es auch Bestrebungen gab, die Liedertafel wieder aufleben zu lassen. Im Jahr 1947 ergriff Martin Trettenbach die Initiative und lud für den 25. September 1947 zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung in das Vereinslokal Brauerei Amberger ein. Er hatte bei der Militärregierung eine Lizenz für die Liedertafel beantragt, die ihm am 28. August genehmigt wurde. 21 Damen und Herren folgten seiner Einladung, die Versammlung beschloss einmütig die Wiederbelebung der Liedertafel. Martin Trettenbach als erster Vorsitzender und Max Weinberger übernahmen die Führung des wiederbegründeten Vereines. Als wichtigste Aufgabe beschloss man die Durchführung des 100jährigen Stiftungsfestes. Am 16. Oktober begann die Probenarbeit und zur ersten Generalversammlung konnte der Vorsitzende bereits 63 Mitglieder begrüßen. Nach über 10 Jahren Pause begann das Vereinsleben neu zum erblühen.

Das Jahr 1948 hatte schon mehrere Höhepunkte. Der Faschingsball am 24. Januar im ausverkauften Bortenschlager-Saal. „war ein gesellschaftliches Ereignis für Pfaffenhofen und noch lange wurde von ihm gesprochen“, wie der Chronist stolz vermerkte. Aber er verwies auch auf die wirtschaftliche Not, man konnte nur mit Marken kaufen und Alkohol gab es nicht, nur Dünnbier.

Das hundertjährige Stiftungsfest wurde im Mai mit einem Gedächtnisgottesdienst mit der Krönungsmesse von Mozart und einem Konzertabend mit Werken aus Opern und Oratorien gefeiert. Zum Ausklang des Jahres gab es die Operette „Wenn der Schlehdorn blüht“, die im Bortenschlager-Saal mehrmals aufgeführt wurde.



Die großen Konzerte

In den Folgejahren erarbeite Max Weinberger mit dem Chor, unterstützt vom Kirchenchor und einheimischen Musikern, große Chorwerke. Die wesentlichen Aufführungen, mit denen sich der Chor als hervorragender Klangkörper darstellen konnte:

30. Mai 1948 „Krönungsmesse“ von W.A. Mozart

26. Mai 1949 „Die Schöpfung“, Oratorium von Joseph Haydn

29. Oktober 1950 „Der Messias“, Oratorium von Georg Friedrich Händel

14. Oktober 1951 „Die heilige Elisabeth“, Oratorium von Joseph Haas

10. Mai 1953 „Saul“, Oratorium von Georg Friedrich Händel

30. Dezember 1956 „Sei uns willkommen, Herre Christ“, Weihnachtsoratorium von Kuntz

Ergänzt wurde die Chorarbeit mit Frühjahrskonzerten, einem Schubert-Abend und Teilnahme an Städte-Singen. In wenigen Jahren wurde die Liedertafel wieder zu einem nicht mehr wegzudenkenden Bestandteil des Pfaffenhofener Kulturlebens.



110jähriges Vereinsjubiläum - Verleihung der Zelter-Plakette

1957 war das nächste große Jubiläumsjahr. An einem strahlenden Juniwochenende beging der Verein nicht nur mit der Aufführung von Haydns Oratorium „Die Jahreszeiten“ sein Jubiläum, er lud auch mehr als 30 Vereine mit mehr als 1000 Sängerinnen und Sänger aus den Nachbarkreisen zu einem Kreissänger-Fest ein. „In der ganzen Stadt klang es von Samstag- bis Sonntagabend aus Hunderten froher Sängerherzen zum Himmel und alles steckte voller Melodien“, so berichtete die Heimatzeitung von einem einmaligen musikalischen Ereignis. Höhepunkt für den Verein war die Verleihung der Zelter-Plakette, die im Auftrag von Bundespräsident Heuß durch den Vorsitzenden des Bayerischen Sängerbundes, Prof. Dr. Pfanner überreicht wurde. Die Voraussetzung für die Verleihung ist der „Nachweis, dass sich die Chorvereinigung in ernster und erfolgreicher musikalischer Arbeit der Liederpflege gewidmet und im Rahmen der örtlich gegeben Verhältnisse künstlerische oder volksbildende Verdienste insbesondere in den letzten fünf Jahren erworben hat.“ Für Chorleiter Max Weinberger, dem zu diesem Anlass auch die Schubert-Medaille als Anerkennung für seine Verdienste erhielt, und den Sängerinnen und Sängern war dies eine große Auszeichnung für ihre Leistungen.



Max Weinberger tritt als Chorleiter zurück, Alois Steiner wird sein Nachfolger

Nach dem großen Erfolg des Jubiläumsjahres wurden in den nächsten Jahre weitere Konzerte durchgeführt. Mit einem großes Frühjahrskonzert im Jahre 1959, der Aufführung einer Frühjahrskantate im folgenden Jahr und der Schöpfung von Haydn im Jahre 1962 konnte Liedertafel wieder ihr zahlreiches Publikum begeistern. Dennoch entschloss sich Max Weinberger Ende 1962, nach mehr als 35jähriger Amtszeit als Chorleiter der Liedertafel zurückzutreten. Mangelnder Probenbesuch und geringe Beteiligung der Aktiven bei den Veranstaltungen und vor allem das Fehlen von Sängerinnen veranlassten ihn zu diesem Schritt.
Wenn auch die Enttäuschung über diesen Schritt zunächst groß war, konnte die Lücke schnell geschlossen werden. Alois Steiner übernahm das verantwortungsvolle Amt, nachdem er schon mehrere Jahre als stellvertretender Chorleiter wirkte. Seinen ersten großen Auftritt mit dem Verein hatte er im November 1963 mit einem Liederabend im Bortenschlager-Saal, zu dem der Verein den Liederkranz Monheim eingeladen hatte. „Das Stimmenmaterial ist sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern in allen Lagen bestens vorhanden“ bemerkte die Heimatzeitung zu diesem Konzert und machte damit dem neuen Chorleiter Alois Steiner ein großes Kompliment. Mit gleichem Erfolg wurde ein Jahr später ein weiterer Liederabend, diesmal mit Gastchören aus Spalt und Vohburg, durchgeführt, dem 1965 ein Gegenbesuch in Spalt folgte.



1. Vorsitzender Joseph Brückl tot - Karl Welter übernimmt sein Amt

Am 23. Juni 1965 verstirbt Oberlehrer Joseph Brückl. Er war über 40 Jahre Mitglied in der Vorstandschaft und seit 1949 als Nachfolger von Martin Trettenbach Vorsitzender der Liedertafel. Dem in seiner Heimatstadt hoch angesehenen und beliebten Lehrer lag besonders die Pflege des deutschen Volksliedes am Herzen. Sein plötzlicher Tod war für den Verein ein herber Verlust. Der bisherige zweite Vorsitzende Karl Welter wird bei der Generalversammlung am Ende des Jahres zu seinem Nachfolger gewählt.



Rege Vereins- und Konzerttätigkeit

Die Chorarbeit unter der Leitung unter Alois Steiner nimmt einen regen Aufschwung. Obwohl er kein „Profi“ ist, sorgen seine Literaturauswahl, die weitgehend vom gehobenen Volkslied bestimmt wird, und seine engagierte und einfühlsame Chorleitung dafür, dass der Chor in allen Auftritten gute Kritiken bekommt. Verantwortlich dafür ist aber auch die umsichtige Vereinsleitung von Karl Welter, der mit großem Einsatz, Ideenreichtum und Durchsetzungsvermögen für ein abwechslungsreiches Vereinsleben sorgt, das nicht nur von Proben- und Konzertterminen bestimmt wird, sondern auch viel Platz für gesellige Veranstaltungen lässt. Sie sprechen damit auch jüngere Leute an, so dass in diesen Jahren der notwendige Nachwuchs für den Chor nicht ausbleibt.

Eine Auswahl der wichtigsten Veranstaltungen in diesen Jahren, die die Liedertafel durchführt oder daran teilnimmt:

7. Mai 1966: Liederabend im Bortenschlager Saal mit Teilnahme des Liederkranzes Ingolstadt und des Sängervereines Geisenfeld.

23. Oktober 1966: Festkonzert des Isar-Ilm-Sängerkreises in Erding.

10. Juni 1967: Gruppensingen mit Chören des Isar-Ilm-Sängerkreises in Hohenkammer.

30. März 1968: Liederabend im Bortenschlager Saal mit dem Schlesischen Singkreis Altötting.

18. Mai 1968: Offenes Singen in Ingolstadt unter Mitwirkung des Sängervereines Geisenfeld und der Liedertafel Ingolstadt.

17. Mai 1969: Teilnahme am 90. Stiftungsfest der Liedertafel Dachau.

6. Juni 1970: Geselliges Singen beim Sängerverein in Geisenfeld.

27. März 1971: Musik- und Liederabend im Bortenschlager Saal mit der Knabenkapelle Dachau und der Liedertafel Dachau.

20. Mai 1971: Teilnahme an der 125-Jahr-Feier des Liederkranzes Wolnzach.

In knapp zehn Jahren ist der Chor der Liedertafel unter Alois Steiner zu einer harmonischen Einheit gewachsen, er zählte zu den führenden Chören des Sängerkreises.

Als Dank und Anerkennung erhielt Alois Steiner im Februar 1972 die Schubert-Medaille. In der Begründung für die Verleihung wurde hervorgehoben, dass er bei der Übernahme den Chor praktisch aus dem Nichts aufgebaut und ihn zum größten Klangkörper des Sängerkreises gemacht habe. Er habe es verstanden, den Probenbetrieb so zu gestalten, dass auch die Jugend für das Chorsingen begeistert werde. Seine besonderen Verdienste seinen vor allem darin zu sehen, dass Alois Steiner als neues Element im Sängerkreis die „Rhythmische Chormusik“ eingeführt habe, ohne in der Literaturauswahl einseitig zu werden.



125-Jahr- und 130-Jahr-Feiern

Höhepunkte der folgenden Jahre waren die 125-Jahr-Feier im Jahre 1973 und die 130-Jahr-Feier 1978.

Am 7. April 1973 feierte die Liedertafel mit einem großen Konzert ihr 125jähriges Bestehen. In der ausverkauften Turnhalle des Gymnasiums waren die Regensburger Domspatzen unter der Leitung von Monsignore Ratzinger die bekanntesten Gratulanten, sie bestritten auch den Hauptteil des Programms mit vier-, sechs- und achtstimmigen Werken von Bach, Mendelssohn, Reger und anderen. Doch auch das Kammerorchester Pfaffenhofen/Ilm begeisterte mit dem Violinkonzert von Haydn und rumänischen Volkstänzen von Bartok. Der Chor der Liedertafel bewies sein können mit internationalen Volksliedern. Der Kritiker konnte seine Begeisterung nicht zurückhalten: „Die Liedertafel hat sich mit ihrer Einladung an andere Musizierende, mit ihrem eigenen Beitrag und mit dem Gesamterfolg selbst beschenkt“

Fünf Jahre später, nach vielen weiteren Konzertauftritten, das zweite große Fest unter der Chorleitung Alois Steiner, die 130-Jahr-Feier. Am 4. November 1978, ebenfalls im Gymnasium, waren die Münchner Chorbuben unter Bernhard Reimann und Yasuko Matsuda - Piano und Hiroko Yoshida - Violine, die Gäste der Liedertafel. Auch dieses Fest war ein großer Erfolg für den Verein. Die Zuhörer waren von den musikalischen Darbietungen auf hohem Niveau sehr angetan, doch auch der Chor der Liedertafel konnte sehr zufrieden sein. Das Programm mit bayerischen und internationalen Volksliedern bewies, so war im Bericht des Ilmgau-Kurieres zu lesen, „dass die menschliche Stimme das schönste Instrument sei. Jahrzehntelange, sorgfältige Schulung, eingebettet in die höchst achtbare Vereinstradition, wiesen die Liedertafel als vortrefflichen Hort örtlichen Musiklebens und respektabler Musikpflege aus“.

Es folgten weitere Jahre mit erfolgreichen Konzerten und Konzertauftritten.

5. Mai 1979: Volksliedersingen in Jetzendorf mit Chören des Sängerkreises.

26. April 1980. Gruppensingen in Hohenkammer, ebenfalls mit Chören des Sängerkreises.

15. Mai 1981: Teilnahme am Festkonzert des Isar-Ilm-Sängerkreises aus Anlass seines 70jährigen Bestehens.

23. Mai 1982: Teilnahme am Wohltätigkeitskonzert für die Aktion Sorgenkind und den Verein für das behinderte Kind.

Am 2. Juli 1983 folgte ein weiteres Festkonzert in der Aula des Schyren-Gymnasiums: Gastchor waren der Schanzer Kosaken-Chor und der aus Pfaffenhofen stammende Pianist Karl Betz.

29. März 1985: Teilnahme am Chorkonzert des Isar-Ilm-Sängerkreises in Oberschleißheim.

23. Mai 1987: 140-Jahr-Feier. Ein weiter und letzter Höhepunkt in der langen Chorleitertätigkeit von Alois Steiner. Das Festkonzert mit den Singphonikern. Sie boten italienische Gesänge aus der Renaissance und der Romantik und moderne Unterhaltungsmusik in eigenen Arrangements. Mit äußerster Präzision in Absprache, Tongebung und Intonation begeisterten sie die Zuhörer, in den Interpretationen der modernen Lieder ließen sie auch ihr schauspielerisches Talent aufblitzen. Doch auch der Chor unter Alois Steiner brauchte sich nicht zu verstecken, mit internationalen Volkslieder und Evergreens machte er großen Eindruck auf das Publikum.



Chorleiterwechsel - Alois Steiner übergibt den Taktstock an Max Penger

Mit diesem großen Konzert beendete Alois Steiner seine Chorleiter-Tätigkeit. Anfang Oktober 1987 übergab er den Dirigenten-Stab an Max Penger.

25 Jahre leitete Alois Steiner den Chor. Er übernahm ihn in einer schwierigen Situation von seinem Vorgänger Max Weinberger. Mit großem Einsatz, Geduld und Ausdauer formte er den Chor zu einem über die Stadt Pfaffenhofen hinaus bekannten Klangkörper. Die vielen Konzerte und Konzertauftritte mit positiven Kritiken zeigten den Erfolg seiner Arbeit. Nicht vergessen werden dürfen die wöchentliche Probenarbeit, die oft schwierige und zeitaufwendige Literaturauswahl, die Integration vieler neuer Sänger in den Chor. Die Ernennung zum Ehren-Chorleiter konnte nur ein kleiner Dank des Vereines für seine langjährige Arbeit sein.

Für den 25jährigen Max Penger, Student für Kirchenmusik in Regensburg, war die Liedertafel der erste Chor, den er verantwortlich leitete. Er setzte in der Programmauswahl neue Akzente. Mit Volksliedern, zum Teil von ihm für den Chor gesetzt, aber auch mit geistlicher Musik erarbeitete er mit dem Chor in den nächsten Jahren ein neues Repertoire. Als bekannter Musiker konnte er viele neue Sängerinnen und Sänger für den Chor gewinnen und sorgte damit für die notwendige Verjüngung.

Sein erstes Konzert gab er mit dem Chor am 15. Oktober 1988 im Rathaussaal, bei dem auch Karl Betz mit Klavierwerken mitwirkte. Das Konzert, das im Rahmen der 550-Jahr-Feier der Stadt Pfaffenhofen stattfand, bestätigte, dass der neue Chorleiter nach einem Jahr gute Arbeit geleistet hat.

Zur Vorbereitung dieses Konzertes wurde erstmalig ein Chorwochenende durchgeführt. Die Chormitglieder trafen sich für zwei Tage im Rupertihaus Traunstein, wo intensiv geprobt wurde. Die Probenarbeit in zwei Tagen in der Abgeschiedenheit einer Bildungsstätte und ungestört vom Alltag wurde ein großer Erfolg. Die Chorwochenende wurden seitdem Bestandteil des Jahresprogramms und erfreuen sich sowohl beim Chorleiter als auch bei den Sängern immer noch großer Begeisterung.

Karl Welter nimmt Abschied vom Amt des 1. Vorsitzenden

Mit der Generalversammlung im November 1988 legt Karl Welter aus Altersgründen sein Amt als erster Vorsitzender der Liedertafel nieder. Nach 23 Jahren konnte er auf eine erfolgreiche Arbeit zurückblicken. Die Organisation vieler Konzerte und aller übrigen Veranstaltungen hat er mit großer Umsicht durchgeführt. Mit Toleranz und Autorität, Verbindlichkeit und mit viel Humor hat er den Verein geleitet. Seine ausgleichende Natur hat dazu geführt, dass sich alle Sängerinnen und Sänger im Verein wohl gefühlt haben. Maßgebend für den Erfolg des Vereins war das gute, ja freundschaftliche Verhältnis zum Chorleiter Alois Steiner. Mit seinem Wirken ist auch die Integration vieler neuer und junger Mitglieder in den Verein verbunden und so den Fortbestand gesichert. Neuer erster Vorsitzender wird Georg Gallinger, der seit 1980 als zweiter Schriftführer, dann als zweiter Vorsitzender in der Vorstandschaft mitgearbeitet hat.


Konzerte mit Max Penger

Im zweijährigen Rhythmus veranstaltete der Chor mit Max Penger eigene Konzerte.

Am 26. Mai 1990 in der Aula des Schyren-Gymnasium bot der Chor der Liedertafel zusammen mit dem ebenfalls von Max Penger geleiteten Salonorchester ein abwechslungsreiches Programm.

Der Chor der Liedertafel und das Salonorchester hatten am 23. Mai 1992 ein weiteres Konzert mit einem neuen Programm gegeben. Mit einer Mischung aus Volksliedern und klassischen Chorsätzen erfreute der Chor das Publikum, Evergreens wie „Rosamunde“, „Ob blond, ob braun“ oder „Mona Lisa“ gab das Salonorchester zum besten und erinnerte die Zuhörer an den musikalischen Stil der 20er Jahre.

Am ersten Adventssonntag 1990 veranstaltete die Liedertafel zusammen mit der Stadtkapelle Pfaffenhofen ein Wohltätigkeitskonzert zum Auftakt der Aktion des Pfaffenhofener Kuriers „Vorweihnacht der guten Herzen“. Dieses Wohltätigkeitskonzert führen beide Gruppen seither regelmäßig durch, es hat schon einen festen Platz im Pfaffenhofener Kulturkalender. Neben dem Chor der Liedertafel und der Stadtkapelle mit Spielmannszug und Jugendstadtkapelle wirken weitere Gruppen mit. Der gesamte Erlös kommt der voll der PK-Aktion zugute.

Das vierte Konzert unter Max Penger als Chorleiter findet am 7. Mai 1994 statt. Als Gast wurde die aus Schweitenkirchen stammende Sopranistin Anna Moser eingeladen. Sie sang unter Begleitung des Pianisten Errico Fresis Lieder von Franz Schubert, Richard Strauss und Hugo Wolf. Mit der Kantate „Freut Euch des Lebens“ war der Chor der Liedertafel zu hören.

Am 1. Oktober 1994 nahm der Chor am Chorkonzert der Würflacher Sängerrunde teil. Anlass war die 900-Jahr-Feier der niederösterreichischen Gemeinde Würflach. Aufgrund der vielen persönlichen Beziehungen war es eine Selbstverständlichkeit, dass sich der Chor an diesem Konzert beteiligt. Der Verein hatte deswegen seinen Vereinsausflug auf diesen Termin gelegt.

Höhepunkt und Abschluss war die Aufführung des Liedes „Mein Würflach“, das der Ehrenchorleiter Alois Steiner in seinem Heimatort dirigierte.


Chorleiterwechsel Max Penger - Albin Scherer

Bereits Anfang des Jahres hatte Max Penger den Vorstand informiert, dass er nach Abschluss dieses Konzertes die Chorleitung niederlegen werde. Seine vielfältigen Aufgaben als Kirchenmusiker, Stadtrat, Musikreferent und Leiter des Kammerchores würden diesen Schritt notwendig machen.

Die Liedertafel konnte als seinen Nachfolger Albin Scherer gewinnen. Albin Scherer ist ausgebildeter Kirchenmusiker, betreibt aber die Musik nicht hauptberuflich. Er übernahm die schwere Aufgabe, in der Tradition seiner Vorgänger weiterzuarbeiten und das hohe Ansehen des Chores fortzuführen. Er konnte in kurzer Zeit die Herzen der Sänger gewinnen und hat in den letzten drei Jahren versucht, in der Chorarbeit und Literaturauswahl eigene Akzente zu setzen.

Seinen ersten Konzertauftritt hatte er bereits am 27. November 1994 im Rahmen des Wohltätigkeitskonzertes. Am 14. Oktober 1995 gab es dann erste eigene Konzert.

Auf dem Programm standen verschiedene Volkslieder und klassische Sätze. Weiter wirkten Angela Lachermayer und Max Hanft mit Klavierwerken und der Männersingkreis der Liedertafel mit.

150-Jahr-Feier 1997

Zu einem großen Höhepunkt wurde die Feier des 150jährigen Gründungsjubiläums, das gleichzeitig mit dem 50jährigen Jubiläum der Wiederbegründung nach dem II. Weltkrieg zusammenfiel. Die Herausgabe einer Festschrift und eine Ausstellung über die Geschichte der Liedertafel im April fanden großen Anklang. Das Festkonzert am Samstag, 3. Mai, im ausverkauften Bortenschlager Saal , zu dem auch zahlreich Repräsentanten des öffentlichen Lebens erschienen waren, war für den Verein ein großer Erfolg. Die Chorgruppen - gemischter Chor, Frauenchor und Männersingkreis, präsentierten den Zuhörern ein abwechslungsreiches Programm, das vom früheren Chorleiter Max Penger moderiert wurde. Abgeschlossen wurden die Feiern mit einem Festabend im Casino der Sparkasse im Juni, zu dem alle Mitglieder eingeladen wurden. Der gemischte Chor und Max Hanft, Klavier, sorgten für die musikalische Umrahmung. Im Mittelpunkt stand die Ehrung des Vereines für das 150jährige Bestehen durch den Deutschen Sängerbund. Herausragend war auch die Ehrung für 50jährige aktive Mitgliedschaft für unseren Ehrenchorleiter Alois Steiner und Hans Weinzierl, sowie zahlreicher Ehrungen für langjährige aktive und passive Mitgliedschaften. So konnten mehrere Mitglieder, die den Verein nach dem II. Weltkrieg wieder begründet hatten, für 50jährige Mitgliedschaft geehrt werden.

Der Verein von 1997 - 2010

Die 150-Jahr-Feier 1997 war zweifellos ein Höhepunkt in der Geschichte der Liedertafel. Mit einer Ausstellung im Haus der Begegnung, einem Festkonzert im Bortenschlager-Saal und einem Festakt im Sparkassen-Casino feierten wir im Frühjahr 1997 unser 150jähriges Bestehen.
13 Jahre sind zwischenzeitlich vergangen. Diese 13 Jahre möchte ich mit "Kontinuität und Wandel" überschreiben. "Kontinuität" - die Liedertafel ist sich seinem Grundsatz treu geblieben, anspruchsvolle Chormusik zu erarbeiten in einer harmonischen Gemeinschaft, der auch die Pflege eines geselligen Vereinslebens wichtig ist. Die Treue zum Verein ist vielen Mitgliedern wichtig, wenn man sich ihm einmal verschrieben hat. Mehr als die Hälfte der Chormitglieder, die aktiv an der 150-Jahr-Feier beteiligt waren, singen heute noch im Chor. Sechs der damals neun Vorstandsmitglieder sind immer noch in diesem Gremium tätig, wenn auch bis auf eine Ausnahme nicht mehr in ihren damaligen Ämtern.
"Wandel" - weil auch ein Verein wie die Liedertafel ständig Veränderungen unterliegt. Seit 1997 waren drei Chorleiter im Einsatz, nach dem Konzert 2010 wird wieder ein neuer Chorleiter sein Amt antreten. Markus Wagner ist seit dieser Zeit ebenfalls der dritte Vorsitzende, der den Verein führt. Viele neue Sängerinnen und Sänger wurden integriert. Diese dreizehn Jahre sind auch eine Geschichte unserer Chorgruppen, von denen der Jugendchor und Frauenchor zwischenzeitlich wieder aufgehört haben zu bestehen. Von dieser Geschichte möchte ich nun berichten:

Jugendchor
Auf Initiative von Walter Steiner wurde 1999 der Jugendchor gegründet. Als Chorleiterin konnte Alice Hösl gewonnen werden. Der Jugendchor konnte sich bald einen festen Stamm an Sängerinnen und Sängern aufbauen und sich ein umfangreiches Programm erarbeiten, das natürlich aus moderner Chorliteratur bestand. Musicals, Schlager, Evergreens, aber auch Jazz und Swing wurde von den jungen Sängerinnen und Sängern mit Begeisterung geprobt und auch aufgeführt.
Seit dem ersten Auftritt beim Frühjahrskonzert 2001 war er fester Bestandteil bei unseren Konzertauftritten. Mit weiteren Auftritten zu verschiedenen Anlässen gewann der Chor sehr bald Qualität und Routine. 2004 veranstaltete der Jugendchor zu seinem 5jährigen Bestehen ein eigenes Konzert, das vom Publikum mit großer Begeisterung aufgenommen wurde.
Leider konnte kaum Nachwuchs gewonnen werden und so wurden die ehemaligen „Jugendlichen“ immer älter. Ende 2007 - nach acht erfolgreichen Jahren - trat Alice Hösl als Chorleiterin zurück und die Vorstandschaft musste sich entschließen, den Chor aufzulösen. Viele Sängerinnen und Sänger schlossen sich dem gemischten Chor an, auch Alice Hösl ist dem Verein nach wie vor als zweite Chorleiterin verbunden.

Frauenchor Chorisma
1996 wurde der Frauenchor Chorisma gegründet und kurz danach von Albin Scherer als Chorleiter übernommen. War es zunächst die Absicht, den Sängerinnen des gemischten Chores ein zusätzliches Angebot für eine anspruchsvolle Frauenchor-Literatur zu machen, so konnte sich der Chor schnell um Sängerinnen erweitern, die sich ausschließlich dieser Gesangsform widmen wollten.
1999 begann Albin Scherer mit einer Reihe von Adventskonzerten in der Spitalkirche, die schnell zur Tradition wurden. Die Teilnahme an unseren Frühjahrskonzerten wurde ebenso selbstverständlich wie die Mitgestaltung des Programmes beim Wohltätigkeitskonzert. Mit Sommerkonzerten, die in Pfaffenhofen und Scheyern stattfanden, konnte der Chor das Publikum begeistern.
Ende 2008 entschloss sich Albin Scherer, vom Amt des Chorleiters zurückzutreten. Der Frauenchor in der Liedertafel hatte nach über 12 Jahren aufgehört zu bestehen. Albin Scherer leitet den Chor seitdem im Rahmen eines selbständigen Vereines.

Der gemischte Chor
Albin Scherer hatte 1994 die Leitung des gemischten Chores übernommen und drei Jahre später mit uns ein eindrucksvolles Jubiläumskonzert gestaltet. Ein Jahr später fand in Pfaffenhofen das Kreischorsingen statt, das von der Liedertafel veranstaltet wurde und am 15. Mai 1999 begann im Bortenschlager Saal die Reihe der jährlichen Frühjahrskonzerte der Liedertafel. Der Samstag vor dem Muttertag wurde dafür zum festen jährlichen Termin. Die Konzerte fanden zunächst im Bortenschlager Saal statt, der jedoch ab 2002 geschlossen war. Nach einem Intermezzo im kath. Pfarrheim ist für die Konzerte nun seit 2004 die Aula der Volksschule unser fester Veranstaltungsort. Mit dem Frauenchor, Jugendchor und dem gemischten Chor konnte die Liedertafel immer ein abwechslungsreiches und umfangreiches Programm bestreiten.
Ende 2003 beendete Albin Scherer seine Chorleitertätigkeit, ihm folgte der damals 27jährige Tomi Wendt nach. Er erarbeitete mit uns ein vielseitiges Repertoire, zu dem auch Opern-, Operetten- und Musicalchöre gehörten. Aber auch Schlager, Chansons und Filmmusik gehörten dazu, wie das Motto des Konzertes von 2006 zeigt. Tomi Wendt konnte immer wieder ausgezeichnete junge Künstler als Gäste für unsere Konzerte gewinnen. Leider musste er nach seinem Gesangsstudium die Chorleitung beenden, da er ein Engagement als Opernsänger am Stadttheater Giessen antrat. Auf Initiative der Liedertafel wurde ihm zuvor noch der Kulturförderpreis der Stadt Pfaffenhofen verliehen.
Seine Nachfolgerin wurde im Juli 2007 Petra Ulrich. Sie ist als Klavierlehrerin tätig, leitet den Jugendchor "Tutto Cantabile" und arbeitet auch als Organistin in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde. Auch Petra Ulrich hat ein vielfältiges Programm mit uns geprobt. Schwerpunkte in den Konzerten waren Musicals, Schlager, Swing und Jazz. "Jazz - we can", das ist das Motto des Konzertes 2010. Nach drei Jahren beendet Petra Ulrich ihre Chorleitertätigkeit.

Von 2010 bis zum Sommer 2012 war Harald Wermund Chorleiter der Liedertafel, die Liedertafel und Harald Wermund trennten sich im Juli 2012. Neue Chorleiterin ist Martha Martzak-Görike.

Neben den eigenen Konzerten ist nach wie vor das Wohltätigkeitskonzert - die gemeinsame Veranstaltung mit der Stadtkapelle am 1. Adventswochenende -ein weiterer Höhepunkt in unserem Jahresprogramm. Im zwei- bis dreijährigen Rhythmus wird das Kreischorsingen des Sängerkreises Pfaffenhofen - Neuburg/Schrobenhausen veranstaltet, an dem unsere Chorgruppen regelmäßig teilnehmen. Vergangenes Jahr waren wir in Pfaffenhofen Gastgeber für die Kreischöre. Auch der Sängerjahrtag - die musikalische Gestaltung der Jahresmesse für die verstorbenen Mitglieder gehört zum festen Programm.
Nach der Auflösung des Jugendchores Ende 2007 konnten wir eine Reihe von jungen Stimmen aus dessen Reihen für den gemischten Chor gewinnen, so dass uns um die Zukunft des Chores nicht bange sein muss.

Aus dem Vereinsleben
Neben den Wechseln in den Chorleitern mussten sich die Mitglieder auch an neue Vorsitzende gewöhnen. Im Mai 2003 trat Georg Gallinger nach 15 Jahren als Vorsitzender von seinem Amt zurück, er wurde von Walter Steiner, der in diesen 15 Jahren sein Stellvertreter war, abgelöst. Im vergangenen Jahr kam es zu einer deutlichen Verjüngung der Vorstandschaft. Als neuer Vorsitzender ist seitdem Markus Wagner im Amt, Gabi Thurner amtiert als seine Stellvertreterin. Mit Marion Forster als Kassenführerin und Simon Lehmayr als Schriftführer konnten weitere junge Mitglieder für Vorstandsfunktionen gewonnen werden. Dank dieser Verjüngung sind die Weichen für weitere erfolgreiche Jahre des Vereins gesichert.

Feiern und Geselligkeit
Nach anstrengender Probenarbeit sitzen wir gerne bei einem Gläschen Wein zusammen. Auch Feiern sind ein fester Bestandteil unseres Vereinslebens. So haben die traditionellen Veranstaltungen unverändert einen festen Platz im Jahreskalender.
Der Schwarz-Weiß-Ball der Liedertafel ist einer der wenigen Bälle seines Genres, der noch verblieben ist. Er ist aber nach wie vor - auch wegen der sehr beliebten Dellnhauser Musikanten - eine feste Größe im Pfaffenhofener Fasching.
Die „Maskierte Probe“ hat jedes Jahr ein Motto und die Aufführung eines Theaterstückes oder von Sketchen oder anderen Einlagen wird immer mit Spannung erwartet.
Unsere Vereinsausflüge führten uns vom Bayerischen Wald über den Schwarzwald, an die Donau, in die Alpen und bis nach Giessen zu einer Musical-Aufführung mit Tomi Wendt.
Sommerfest und Weihnachtsfeier sind ebenso weitere feste Termine im Vereinsjahr, bei denen auch unsere passiven Mitglieder immer herzlich willkommen sind.
Die geselligen Veranstaltungen sind ein Zeichen des Zusammenhaltes und der Gemeinschaft, die für unseren Verein sehr wichtig ist.

Ausblick
Der Verein besteht nunmehr 165 Jahre und hat viele Höhen und Tiefen und auch Krisen erlebt. Die Freude am Singen und die Freude an der Gemeinschaft war immer stärker. Nach der Verjüngung der Vorstandschaft und nach der Integration vieler junger Sängerinnen und Sänger können wir selbstbewusst in die Zukunft schauen. Das Motto, das den Verein von Anfang an begleitet, wird weiter bestehen bleiben:

"Immer erschalle froher Gesang, nimmer verhalle harmonischer Klang"
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